Namibia mit Kindern im Dachzelt: Unser unvergesslicher Camping-Roadtrip durch Wüste und Wildnis - Teil II
Reisebericht
Nach den ersten eindrucksvollen Tagen in Namibia ging unsere Reise weiter – tiefer hinein in die faszinierende Landschaft aus Wüste, Weite und Wildnis. Im zweiten Teil unseres Reiseberichts erzählen wir, welche besonderen Begegnungen, Campingmomente und Abenteuer uns unterwegs erwarteten.
Inhaltsverzeichnis
- Teil I des Reiseberichts Namibia
- Diese Stationen lernst du im zweiten Teil des Namibia-Reiseberichtes kennen
- Roadtrip durch die Wüste Namibias
- Am Meer: der Atlantik
- Auf der Suche nach den Little Five
- Die größte Robbenkolonie der Welt
- Spitzkoppe – das Matterhorn Namibias
- Eine zweifelhafte Quelle mit uralten Felsritzungen
- Auf der Suche nach seltenen Wüstenelefanten
- Fortsetzung folgt in Teil III ...
Teil I des Reiseberichts Namibia
Hast du den ersten Teil des aufregenden Namibia-Reiseberichts schon gelesen? Hier findest du ihn.Diese Stationen lernst du im zweiten Teil des Namibia-Reiseberichtes kennen

Roadtrip durch die Wüste Namibias
Am nächsten Tag stand uns eine der schönsten und abwechslungsreichsten Strecken Namibias bevor. Wir wollten bis nach Swakopmund fahren und mussten dafür tiefe Täler, Hochebenen und mondähnliche Landschaften durchqueren. Zuerst stärkten wir uns jedoch mit einem Apfelkuchen bei der kultigen Raststätte Solitaire. Schon seit den 90ern wird hier der legendäre Apfelkuchen gebacken, der zu den besten Afrikas zählen soll. Aber auch sonst ist die Bäckerei einen Stopp wert: Die Tankstelle mitten in der Wüste und die historischen Autowracks bieten ein tolles Fotomotiv.![]()
Als wir gestärkt weiterfuhren, entdeckten wir am Straßenrand unsere ersten Zebras und eine Oryx-Antilope. Fasziniert blieben wir stehen und schauten den schönen Tieren zu. Kurz darauf querten wir das Tropic of Capricorn – den Wendekreis des Steinbocks. Auf diesem Breitengrad befanden wir uns auf einer Linie mit Brasilien oder Australien. Auf der Weiterfahrt durchquerten wir den Gaub-Pass und den Kuiseb-Canyon, beides Landschaften, die wie von einem anderen Planeten schienen. Wir hielten unzählige Male für Fotos. Auf der anschließenden Weiterfahrt durch eine Hochebene sahen wir Strauße und Springböcke in der Ferne. Obwohl wir fast den ganzen Tag auf der Straße waren, haben wir die Fahrt sehr genossen.
Am Meer: der Atlantik
In Walvis Bay erreichten wir endlich das Meer. Wir machten einen kurzen Abstecher zu den Salinen und sahen dort Pelikane im pinken Salzwasser. Nach einem kurzen Einkauf fuhren wir zwischen Dünen und Meer entlang nach Swakopmund zu unserem Campingplatz Alte Brücke. Der Platz mutet fast schon europäisch an: grüner Rasen, klar abgetrennte Stellplätze, relativ eng. Wieder hatte jede Parzelle ihr eigenes Sanitärgebäude und eine eigene Grillstelle.
Hier findest du alle Waschbeutel im Berger Onlineshop.
Nach einem traumhaften Sonnenuntergang am Meer gingen wir in den Old Steamer zum Buffet essen. Hier kann man richtig viele leckere Sachen probieren – für diejenigen, die schon das deutsche Essen vermissen, gibt es aber auch Spätzle.![]()
Wir hatten das einzige Mal auf unserer Reise zwei Nächte auf einem Campingplatz reserviert, denn wir hatten für den Nachmittag eine Tour in Swakopmund gebucht. So mussten wir die Zelte zum ersten Mal nicht abbauen und konnten direkt in die Stadt zum Frühstücken laufen. Wir fanden ein sehr gemütliches und farbenfrohes Café. Von außen wirkte das Village Café sehr unscheinbar, im Inneren war es aber sehr gemütlich, bunt gestaltet und bot ein ausgezeichnetes Frühstücksmenü. Nach der Stärkung bummelten wir durch die zweitgrößte Stadt Namibias. Die deutsche Kolonialzeit hat hier deutliche Spuren hinterlassen. Viele Häuser sind im typisch deutschen Kolonialstil erbaut und viele Gebäude sind auf Deutsch beschriftet. Wir liefen auf dem Steg Jetty auf das Meer hinaus. Etwa 262 Meter lang ragt der alte Schiffsanlegesteg ins Wasser. Umgeben von Wellen hat man einen schönen Blick auf die Stadt.
Auf der Suche nach den Little Five
Am Campingplatz machten wir eine kurze Mittagspause und wurden dann von unserem Guide Jürgen abgeholt. Mit zwei Safari-Fahrzeugen machten wir uns auf die Suche nach den Little Five der Wüste. Die Little Five in Namibia sind faszinierende, kleine Wüstenbewohner, die das raue Ökosystem der Namib überleben, dazu gehören Schlange, Chamäleon, Gecko, Eidechse und Spinne. Direkt an der Stadtgrenze zu Swakopmund beginnen endlose Dünen, und was auf den ersten Blick ausgestorben und eintönig wirkt, ist in Wirklichkeit voller Leben.
Zum Abschluss folgte eine Fahrt durch die atemberaubende Dünenlandschaft. Bei einem letzten Stopp konnten wir die Aussicht bis aufs Meer genießen, während die Kinder in den Dünen tobten.
Während der Tour war deutlich zu spüren, welchen hohen Stellenwert Umweltschutz und Natur in Namibia haben. Man merkte während der ganzen Tour, wie sorgsam Jürgen mit den Tieren umging und wie wichtig das Ökosystem Wüste ist. Auch wenn wir nur vier der Little Five entdeckten, können wir die Tour uneingeschränkt weiterempfehlen. Sie gehört auf jeden Fall zu unseren Highlights der Reise.
Die größte Robbenkolonie der Welt
Am nächsten Tag nahmen wir schon wieder Abschied vom Meer. Aber erst fuhren wir noch ein Stück an der Küste entlang und hielten bei einem alten Schiffswrack und am Cape Cross. Die Landspitze ist bekannt für ihre riesige Robbenkolonie. Je nach Jahreszeit leben hier zwischen 100.000 und 250.000 Robben. Wir wurden schon vor Gestank und Lärm gewarnt, fanden letztendlich aber beides nicht so schlimm. Nach dem ersten Geruch gewöhnten wir uns daran und waren überrascht von der riesigen Anzahl an Tieren. Wohin wir auch blickten, überall waren Robben zu sehen: im Wasser und an Land, sogar unter dem hölzernen Besuchersteg. Wir beobachteten die Tiere eine Weile und fuhren dann weiter. Wir finden, das Cape Cross ist einen kurzen Zwischenstopp wert.![]()
Spitzkoppe – das Matterhorn Namibias
Wir fuhren weiter ins Landesinnere. Eine endlos lange, einsame Schotterpiste führte uns zur Spitzkoppe. Der markante Berg ragt überraschend aus der flachen Landschaft hervor. Die Spitzkoppe ist 1700 Meter hoch und wird aufgrund ihrer Form auch „Matterhorn“ genannt. Wir meldeten uns im Camp an, bekamen eine Landkarte und mussten uns selbst einen der Plätze auf dem riesigen Gelände suchen. Das erwies sich als etwas zäh, da viele schon belegt waren und wir dann immer weit zurückfahren mussten. Schließlich fanden wir aber einen ruhigen Platz; es fühlte sich an, als wären wir komplett allein an der Spitzkoppe. Wir warteten einen kurzen Schauer im Auto ab und fuhren dann zum bekannten Felsbogen. Hier konnten die Kinder auf den Felsen klettern, und wir genossen das schöne Abendlicht. Am Abend machten wir ein Lagerfeuer auf unserem einsamen Platz und grillten zusammen.
Robuste Taschenlampen sind in Namibia ein Muss. Wichtig ist, dass man die Entfernung leicht einstellen kann. Sie sollte ebenfalls sehr hell sein und weit leuchtet. Sehr gut ist, wenn man sie per USB aufladen kann und wenn eine Ladestand-Anzeige vorhanden ist.
Die Spitzkoppe ist eigentlich bekannt für ihren Sternenhimmel. Da wir aber Vollmond hatten, war es fast zu hell, um viele Sterne zu sehen. Wir wurden dafür am nächsten Morgen mit einem sagenhaften Sonnenaufgang entschädigt. Die roten Steine des Berges leuchteten noch intensiver als am Tag zuvor – es war einfach nur traumhaft schön!![]()
Eine zweifelhafte Quelle mit uralten Felsritzungen
Wir wollten eigentlich im Restaurant bei der Rezeption frühstücken, aber das hatte noch nicht geöffnet. Also gab es unsere letzten Brötchen mit Marmelade. Wir fuhren durch eine schöne Landschaft auf einer holprigen Schotterpiste. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt – das nennt man wohl African Massage. Bei Uis fanden wir ein nettes Café am Straßenrand für eine Pause und ein Mittagessen. Unser Ziel Twyfelfontein erreichten wir am frühen Nachmittag.![]()
Der Name Twyfelfontein stammt von einer zweifelhaften Quelle, die mal Wasser führte und mal nicht. Bekannt ist der Ort aber für die über 2000 Felsmalereien und -ritzungen. Diese können nur mit einem Guide besichtigt werden. Wir mussten nur kurz warten und liefen dann in einer größeren Gruppe in der größten Hitze zu den Felsritzungen, die seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Es werden überwiegend Tiere wie Giraffen und Elefanten dargestellt. Aber auch einzelne Pinguine und Seehunde sind zu finden, und das, obwohl das Meer 100 Kilometer entfernt ist! Die meisten Zeichnungen stellen wohl eine Bitte um Wasser oder Regen dar. Am bekanntesten ist der Löwe mit dem abgeknickten Schwanz und nahezu menschlich anmutenden Pfoten. Nachdem wir im letzten Jahr erst die Felsmalereien in Alta in Norwegen besucht hatten, waren wir besonders fasziniert davon, so viele Kilometer entfernt ebenfalls Ritzungen zu sehen. Trotz der Hitze war es ein lohnenswerter Ausflug.
Die bekannteste Felsritzung ist der Löwe mit dem abgeknickten Schwanz.![]()
Auf der Suche nach seltenen Wüstenelefanten
Eigentlich wollten wir am Nachmittag ein Himba-Dorf besuchen. Aufgrund der Hitze fuhren wir dann aber doch direkt zum Campingplatz, um dort in den erfrischenden Pool zu springen. Wir übernachteten auf dem Twyfelfontein Desert Elephant Campsite, der wieder wunderschön und großzügig gestaltet war. Am Abend erhielten wir von der Security ein Walkie-Talkie, falls es in der Nacht Probleme mit wilden Tieren geben sollte. Wir machten ein Lagerfeuer und konnten einen traumhaften Sternenhimmel betrachten.![]()
Am nächsten Morgen standen wir wieder mal sehr früh auf und konnten so den Sonnenaufgang sehen. Wir hatten eine Tour gebucht, die bereits um 8 Uhr startete.
Fortsetzung folgt in Teil III ...
Freue dich auf den dritten Teil des Reiseberichts nächste Woche.
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