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Rückfahrsysteme für Wohnmobil und Wohnwagen im Überblick

Rangieren und Parken mit dem Wohnmobil leichtgemacht

Wohnmobile und Wohnwagen sind sehr geräumig und das ist für einen komfortablen Campingurlaub auch gut. Genau diese Größe stellt Camper beim Parken oder Rangieren schnell vor Herausforderungen. Welche Rückfahrsysteme dir das erleichtert, erfährst du hier.


Inhaltsverzeichnis


Die verschiedenen Kameramodelle

Wer eine Rückfahrkamera kaufen möchte, kann zwischen vielen Modellen wählen. Dabei unterscheiden sich die Systeme in der Übertragung des Videosignals, der Einbauvariante oder dem Ort der Befestigung. Außerdem besteht die Möglichkeit, mehrere Kameras miteinander zu kombinieren, um einen besseren Blick nach hinten und zur Seite zu haben. Hat dein Bildschirm dazu noch mehrere Videoeingänge, kann er alle Bilder gleichzeitig darstellen. Hier findest du alle Rückfahrsysteme im Berger Onlineshop.

Rückfahrkameras können nach diesen Funktionsprinzipien arbeiten:

  • Die Kamera und der Bildschirm aktivieren sich automatisch, wenn der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt. Die Kamera ist in diesem Fall eine Einparkhilfe.
  • Die Kamera und der Bildschirm sind während der Fahrt ständig aktiviert. Die Kamera fungiert dabei als Rückspiegel.

Sind Twin Rückfahrkameras oder schwenkbare Modelle sinnvoll?

Um das zu entscheiden, solltest du dir diese elementaren Fragen stellen: Welchen Bereich möchtest du dank deiner Kamera einsehen? Soll sie nur als Einparkhilfe dienen, nur als Rückspiegel fungieren oder beide Bereiche abdecken?

Möchtest du sie für beide Bereiche nutzen, muss deine Kamera mindestens schwenkbar sein. Diese Kameras stellen sich automatisch in den Nahbereich, wenn der Rückwärtsgang eingelegt wird. Während der Fahrt können sie im Dauerbetrieb den rückwärtigen Verkehr überwachen.  Alternativ kannst du eine Twin Rückfahrkamera, auch Dual Rückfahrkamera genannt, einbauen. In einem Gehäuse sind zwei Kameras verbaut, die in verschiedene Richtungen gestellt sind. Hat dein Bildschirm dann auch mindestens zwei Videoeingänge, kannst du beide Signale gleichzeitig verwenden und auf dem Bildschirm den Nah- und Fernbereich gleichzeitig überwachen – im Vorwärts-, wie im Rückwärtsgang.

Weißes Gerät mit zwei Kameralinsen unter einer Abdeckung, Metallhalterung mit Schrauben, Aufdruck 'LUIS' oben

Beachte: Der Nahbereich sollte immer in der kompletten Fahrzeugbreite ausgeleuchtet sein, hierzu sollte der Erfassungswinkel mindestens 120 Grad, besser 150 Grad betragen. Im Fernbereich reichen 60 Grad, um den nachfolgenden Verkehr oder weit entfernte Hindernisse darzustellen.

Silhouette eines Lkw links, orangefarbene Keilzone vor dem Lkw mit einer Person und der Beschriftung "120° Erfassungswinkel für Nahsicht", rechts eine hellere 60°-Zone mit einer weiteren Person und der Beschriftung "60° Erfassungswinkel für Fernsicht

Wie wird das Signal übertragen?

Man kann zwischen zwei Arten der Übertragung des Videosignals unterschieden:

  • Kabelgebundene Systeme übertragen das Signal von der Kamera per Kabel auf den Monitor in der Fahrerkabine. Der Einbau ist kompliziert, da das Kabel von der Kamera bis zum Bildschirm verlegt werden muss. Dafür arbeiten die Systeme störungsfrei.
  • Kabellose Funksysteme arbeiten drahtlos. Das Signal der Kamera wird an einen Funksender geleitet, der das Signal an den Funkempfänger weitergibt, sodass das Bild auf dem Bildschirm in der Fahrerkabine sichtbar wird. Funksysteme sind allerdings störungsanfällig, da es Überschneidungen zu anderen Frequenzbereichen, wie WLAN, geben kann. Kabellose Rückfahrkameras können batteriebetrieben sein oder an die Bordbatterie angeschlossen werden.
Zwei schwarze ovale Geräte mit Kabeln, rot umkreist, auf hellem Untergrund; oben links ein weißes Gerät, oben rechts ein schwarzer Monitor mit Kabeln und gelben Steckern
Drahtlose Systeme arbeiten mit Funk. © Fritz Berger

Wo können Rückfahrkameras befestigt werden?

Rotes drittes Bremslicht auf schwarzem Sockel, mittig rundes schwarzes Objekt mit sichtbarer Linse, rote LED-Streifen links und rechts, CE-Kennzeichnung und Schriftzug 'LUIS' links

Möchtest du eine Rückfahrkamera nachrüsten, bietet es sich an, sie in der dritten Bremsleuchte zu integrieren. Dazu wird die alte Bremsleuchte ausgebaut und durch eine Neue mit Kamera ersetzt. Dabei musst du allerdings darauf achten, eine für dein Fahrzeug passende Bremsleuchte zu wählen. Der große Vorteil in diesem Einbau liegt darin, dass du die Außenhaut des Wohnmobils nicht zusätzlich anbohren musst, da alle Durchführungen bereits vorhanden sind.

Heckansicht eines weißen Transporters mit montiertem Metallträger, schwarzen Gurten und roten, transparenten Dreiecken, die auf Boden und Fahrzeug projiziert sind

Hast du dauerhaft einen Fahrradträger am Wohnmobil montiert, kann es sinnvoll sein, die Kamera dort zu montieren. So ist die Kamera am äußersten Punkt des Fahrzeuges angebracht und du musst den Fahrradträger beim Rangieren nicht beachten. Durch die direkte Befestigung am Fahrradträger muss die Außenhaut des Wohnmobils nur für die Kabelführung angebohrt werden.

Weiße Kennzeichenplatte mit erhabenen Buchstaben "GARMIN" und einem schwarzen, zylindrischen Gerät mit zentraler Linse oberhalb

Wenn du deine Rückfahrkamera am Kennzeichen des Wohnmobils befestigen möchtest, kannst du dazu einen Nummernschildhalter mit Kamera wählen. Dafür wird der vorherige Kennzeichenhalter demontiert und durch den Kamera-Nummernschildhalter getauscht. Dadurch muss nur ein Loch für die Kabeldurchführung, nicht aber für die Kamerahalterung, gebohrt werden.

Heckansicht eines weißen Wohnmobils mit montiertem Fahrradträger, der Schriftzug "EURA MOBIL" und ein rotes Emblem

Kommt keine der oben genannten Befestigungsmöglichkeiten für dich in Frage, kannst du deine Rückfahrkamera natürlich auch direkt am Heck des Wohnmobils befestigen. So kannst du die Position in der Höhe frei wählen. Hier findest du alle Rückfahrsysteme im Berger Onlineshop.

Je tiefer du die Kamera montierst, desto kleiner fällt der Sichtbereich aus. Hindernisse werden dadurch eventuell erst später erkannt.


Weitere mögliche Funktionen einer Rückfahrkamera

  • Es gibt Rückfahrkameras mit Heizung. Das ist vor allem bei Kameras sinnvoll, die weit oben am Wohnmobil montiert wurden. Hier kommst du im Winter nur schwer dran, um Schnee und Eis zu entfernen. Auch kann es schnell einmal passieren, dass der Mechanismus der Abdeckung einfriert und sich nicht mehr öffnen lässt.
    Hier findest du alle Rückfahrkameras mit Heizfunktion im Berger Onlineshop.
  • Wenn die Rückfahrkamera Parklinien zur besseren Abstandsüberprüfung anbietet, solltest du die Kamera im Kennzeichen oder auf Kniehöhe montieren, um einen natürlicheren Winkel und somit eine realistischere Abstandsmessung auf dem Monitor zu erzielen.
  • Alle neueren Rückfahrkameras können mittlerweile farbige Bilder übermitteln, das ist praktisch, um schwer sichtbare Gegenstände darzustellen.
  • Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich das Videosignal per Wifi-Transmitter auf das Smartphone oder Tablet übertragen zulassen.
  • Ein Nachtsichtmodus ist ein Muss, denn sonst ist deine Kamera bei Dunkelheit und sehr schlechtem Wetter unnütz. Du solltest vor der Montage die Intensität der LEDs, die sich nachts einschalten, testen. So kannst du bestimmen, wie weit oben oder unten du die Rückfahrkamera installierst, um bei Dunkelheit ausreichend sehen zu können.
    Hier findest du alle nachtsichtfähigen Kameras im Berger Onlineshop.
Schwarzes rechteckiges Gerät mit Metall-Schutzdach, vorne rundes Objektiv umgeben von mehreren kleinen LEDs, seitliche Metallhalterung mit Schrauben, weiße Aufschrift LUIS auf dem Dach
Blick durch ein rechteckiges Display auf eine Wohnstraße mit zwei geparkten Autos, Gehweg, Holzgeländer rechts, Einfamilienhäuser, Bäume und eine Straßenlaterne
Dunkle Straße mit zwei hintereinander geparkten Autos, nasse Fahrbahn, eingeschaltete Straßenlaterne, Geländer entlang des Gehwegs

Das Auto, welches direkt hinter unserem Wohnmobil geparkt hat, steht nachts noch an der gleichen Stelle. Auch der Gullideckel kann als Orientierungshilfe genommen werden. So lassen sich die Tag- und Nachtaufnahme gut miteinander vergleichen.

  • Zum Schutz des Objektives wird oft eine elektrisch betriebene Abdeckung, auch Shutter genannt, angebracht. Sie schließt sich automatisch, wenn die Rückfahrkamera ausgeschaltet wird. Das bietet Schutz vor Spritzwasser und Schmutz.
Metallisches rechteckiges Kameragehäuse mit Metallblende oben, Objektiv links, vier kleine LEDs rechts, Aufschrift "TELECO" auf der Blende, roter gebogener doppelseitiger Pfeil links
  • Eine Sonnenblende wird heute in fast allen Rückfahrkameras verbaut. Sie sitzt etwas über dem Objektiv und garantiert, dass die Kamera auch bei einfallendem Sonnenlicht scharfe Bilder liefert.
Weißes Metallgehäuse mit zwei Linsen, mehreren LED-Leuchten und verstellbarem Halter

Kosten einer Wohnmobil-Rückfahrkamera

Je nach Hersteller und Modell unterscheiden sich die Preise für Wohnmobil-Rückfahrkameras erheblich. Einfache Modelle ohne Bildschirm gibt es bereits ab 50 Euro. Teurere Ausführungen mit hochauflösenden Bildschirmen kosten ab 500 Euro. Es besteht zudem die Möglichkeit, das Navigationsgerät als Bildschirm für die Rückfahrkamera zu nutzen, die Modelle kosten ab 600 Euro aufwärts.
Hier findest du alle Rückfahrkameras im Berger Onlineshop.


Elektronische Einparkhilfen

Wohnmobile sind oft zu breit für den Erfassungsbereich von elektronischen Einparkhilfen, die akustische Warnsignale geben, wenn sich das Fahrzeug einem Hindernis nähert. Außerdem können Heckträger oder Fahrräder die Sensoren stören. Moderne Wohnmobile werden deswegen mit speziellen Sensoren ausgestattet, die für besonders hohe und breite Fahrzeuge ausgelegt sind. Je nach Art des Sensors und dem Ort, an dem er angebracht wird, schützt er auch die obere Hälfte und die Seiten des Wohnmobils.

Rechteckiges schwarzes Elektronikmodul mit kleinem Digitaldisplay und Anschlussöffnungen, fünf runde schwarze Sensoren an Kabeln und ein rundes schwarzes, gittergedecktes Bauteil an einem Kabel

Spezielle Modelle, wie der Dometic MagicWatch, berücksichtigen bei der Messung auch Anhängerkupplung oder Fahrradträger. Den Dometic MagicWatch kannst du auch nachrüsten. Hier findest du den MagicWatch im Berger Onlineshop.


Rückfahrkameras für Wohnwagen

Möchtest du eine Rückfahrkamera im Wohnwagen installieren, musst du auf ein kabelloses System zurückgreifen. Schließlich kann keine durchgehende Leitung von der Kamera im Wohnwagen bis zum Bildschirm im Zugfahrzeug verlegt werden. Zwischen Monitor und Kamera liegen allerdings leicht 10 Meter, sowie die Karosserie des Autos und der Aufbau des Wohnwagens, die das Signal überwinden muss. Und genau damit kann das Funksystem ein Problem haben.

Außerdem befindet sich das Gespann und somit auch Sender und Empfänger während der Fahrt ständig in Bewegung. Das Signal kann so leicht verloren gehen und eine störungsfreie Übertragung ist nicht immer gewährleistet.

Durch eine Verlängerung des Videokabels kann man das Sendemodul an den Wohnwagenbug legen. Somit sitzt es so nah wie möglich am Empfänger, was das Funksignal verstärken kann.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir dir, wie du eine drahtlose Rückfahrkamera am Wohnwagen installierst.


Fazit: nützlicher Helfer

Gerade bei Wohnmobilen bieten sich Rückfahrsysteme an. Durch die ungewohnten Abmessungen ist Parken und Rangieren nicht nur für ungeübte Fahrer eine komplizierte Sache. Dank verschiedener Funktionsweisen und Befestigungsmöglichkeiten findest du mit Sicherheit auch das richtige Rückfahrsystem für dein Campingmobil.

Die Rückfahrkamera ist kein vollständiger Ersatz für einen Einweiser. Bei Wohnmobilen über 3,5 Tonnen ist ein so genannter „Sicherungsposten“ beim Rangieren sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Autor/in

Svenja

Svenja ist seit Jahren mit Mann, Kind und Hund im Zelt und Wohnwagen durch Europa unterwegs. Sie liebt die Entschleunigung, die man beim Campen erfährt.
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