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Reinigung
© Fritz Berger

Anhängerkupplung säubern und pflegen

Den Kugelkopf reinigen und seine Funktion bewahren

Die Anhängerkupplung ist eine robust gefertigte Vorrichtung aus Stahl und ein sehr langlebiges Bauteil. Doch mechanische Einwirkungen und Umwelteinflüsse hinterlassen ihre Spuren. Hier zeige ich dir, wie du deine Anhängerkupplung reinigst und pflegst.


Inhaltsverzeichnis


Warum muss ich meine Anhängerkupplung pflegen?

Eine neue Anhängerkupplung ist oft von einer Lack- oder Nickelschicht überzogen. Diese solltest du vor Inbetriebnahme entfernen. Das Deichselmaul des Anhängers reibt stetig am Kupplungskopf und würde diese Schutzschicht zwar langsam abreiben. Doch die abgeriebenen Teile könnten dem Deichselmaul schaden.
Eine regelmäßige Pflege ist besonders wichtig, wenn das Fahrzeug mit Salz in Berührung gekommen ist. Das kann zum einen Streusalz im Winter sein, zum anderen Meersalz, wenn die Kupplung beim Ablassen eines Bootes mit Meerwasser in Berührung gekommen ist. Denn der blanke Stahl wird durch Wasser oder Salz besonders angegriffen und fängt zu rosten an.

Weist deine Anhängerkupplung Risse oder sogar Brüche auf, ist sie nicht mehr verkehrstauglich und muss ausgetauscht werden. Auch nach einem Heckaufprall solltest du sie unbedingt durch eine Werkstatt austauschen lassen.


Pflege der Anhängerkupplung

Die Pflege einer Anhängekupplung ist einfach und schnell erledigt: Prüfe zuerst den Zustand des Kugelkopfes und messe den Durchmesser. Das geht am genauesten mit einem Messschieber.
Ein Kugelkopf muss per Gesetz einen Durchmesser von 49 bis 50 mm haben. Bei Unterschreitung von 49 mm Durchmesser muss der Kugelkopf ausgetauscht werden.

Sprühe die Kupplung dann mit einem Rostlöser oder Multifunktionsöl ein. Lasse das Mittel einige Minuten einwirken. Wische danach alles mit einem sauberen Tuch trocken, um Staub und Verschmutzung zu entfernen.

Messschieber umschließt eine runde, rostige Metallkugel; Skala mit Zahlen sichtbar


Ist der Kupplungskopf deiner Anhängerkupplung verrostet, muss der Rost jetzt entfernt werden. Das kannst du mit feinkörnigem Schmirgelpapier machen oder mit einem Kugelkopfschleifer. Vorsicht: Du darfst nicht zu lange und ausgiebig schleifen, damit nicht zu viel Material verloren geht.

Hände halten einen Akkuschrauber an einer Anhängerkupplung mit Kugelkopf, sichtbare Arbeitsbeine auf gepflastertem Boden

Zum Schutz vor Korrosion und Alterung wird der Kupplungskopf danach eingefettet. Dazu eignet sich ein Mehrzweckfett. Trage es mit Hilfe eines Tuches auf den Kupplungskopf auf und verteile es gleichmäßig. Überschüssiges Fett solltest du danach abnehmen.

Überprüfe zum Schluss auch die Steckdose auf Schmutz und entferne gegebenenfalls Verunreinigungen. Das geht gut mit einem Staubsauger oder einem Wattestäbchen.

Metallische Anhängerkupplung mit Kugel, schwarzer Kunststoffabdeckung an der Steckdose und Rost; Teil des Fahrzeugunterbaus links, Holzzaun im Hintergrund, gepflasterter Boden
Nahaufnahme einer Anhängerkupplung mit Anhängerkugel, schwarzer Steckdose mit Schutzkappe und silberner Halterung; Gras und weiße Mauer im Hintergrund

Besonderheit: Anti-Schlinger-Kupplung

Wenn dein Anhänger eine Anti-Schlinger-Kupplung hat, darf der Kugelkopf am Zugfahrzeug nicht eingefettet werden. Denn die Antischlinger-Vorrichtung funktioniert durch Reibung der Verbindungseinrichtung an der Kugel – das würde mit Fett nicht funktionieren. Hier im Blog erfährst du mehr über Anti-Schleuder-Systeme. 

Gleiches gilt bei Anbringung eines Fahrradträgers auf der Anhängerkupplung. Die Klemmeinrichtung würde durch das Fett nicht funktionieren und der Träger schlimmstenfalls von der Anhängerkupplung rutschen. 

Heck eines schwarzen Autos mit Anhängerkupplung, Anhängerdeichsel und rotem Handbremsgriff; Kiesboden, Gebäude und Bäume im Hintergrund

Besonderheit: Abnehmbare Anhängerkupplung

Um deine abnehmbare Anhängerkupplung richtig zu reinigen, musst du sie abnehmen. Beachte auch die Kugelstange und das Aufnahmerohr. Hier kann ebenfalls Rost sitzen, der entfernt werden muss.

Das Schloss deiner abnehmbaren Anhängerkupplung pflegst du am besten mit Graphit-Spray. Es eignet sich gut für Schlösser und Scharniere und verhindert zudem, dass sie einfrieren.

Schwarzes L-förmiges Metallteil mit glänzender Kugel links und sternförmigem Drehknopf rechts vor hellgrauer, strukturierter Wand
Nahaufnahme von zwei runden Metallteilen mit Rost; rechts ein rundes Metallteil mit rechteckigen Flügeln, links ein abgedecktes rundes Metallteil; darunter ein schwarzes Kabel


Und in Zukunft: Schutz

Anhängerzugvorrichtung mit schwarzer Schutzkappe an Metallträger unter dem Fahrzeugheck, rote Sicherungsleine mit Karabiner, Aufkleber "75 kg"

Nutzt du die Anhängerkupplung länger nicht, kannst du sie mit einer Schutzkappe vor Verschmutzung schützen.

Eine abnehmbare Anhängerkupplung demontierst du bei Nicht-Gebrauch und lagerst sie trocken. Vorher kannst du sie mit Multifunktionsöl einsprühen, um Feuchtigkeit fernzuhalten. Auch die Kugelstange solltest du abnehmen und trocken verstauen. So verhinderst du, dass sie rostet. Zudem sollte sie abgenommen werden, um Schäden bei Auffahrunfällen gering zu halten. Es kann sein, dass deine Versicherung bei einem Auffahrunfall nicht zahlt, wenn deine abnehmbare Anhängerkupplung montiert war, obwohl kein Anhänger angekuppelt war. Denn die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung regelt in § 30c Beschaffenheit der Fahrzeuge, dass „am Umriss der Fahrzeuge (…) keine Teile so hervorragen [dürfen], dass sie den Verkehr mehr als unvermeidbar gefährden."


Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Ein verrosteter Kugelkopf ist ganz normal, da die Anhängerkupplung dem Wetter ständig ausgesetzt ist. Um ihre Funktion zu erhalten, solltest du sie mindestens alle 2 Jahre oder bei Bedarf reinigen und pflegen. So bist du jeder Zeit sicher unterwegs.


Autor/in

Svenja

Svenja ist seit Jahren mit Mann, Kind und Hund im Zelt und Wohnwagen durch Europa unterwegs. Sie liebt die Entschleunigung, die man beim Campen erfährt.
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